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Archiv – Aktuelles

Klassifikationen

UFO-Klassifikationen nach Hynek

Um die gemeldeten und untersuchten UFO-Sichtungen zu spezifizieren, wurden mehrere Klassifikationen eingeführt. Josef Allen Hynek erdachte die heute gebräuchliche Klassifikation, die auch von der GEP verwendet wird, und nach der die gemeldeten Sichtungen eingeordnet werden:

  • Nocturnal Light – Nächtliches Licht (NL): Anomale Lichter, die in großer Entfernung am Nachthimmel gesehen werden.
  • Daylight Disk – Tageslichtscheibe (DD): Objekte, die in großer Entfernung am Tageshimmel gesehen werden.
  • Radar Visuals – Radar visuell (RV): Ein UFO, das gleichzeitig visuell beobachtet und von Radar registriert wird.
  • Close Encounter of the first/second/third kind – Nahbegegnung der ersten/ zweiten/dritten Art (CE I – III): Ein UFO in kurzer Entfernung zum Zeugen (CE I), mit Einwirkungen auf die Umwelt (Wechselwirkungen, CE II) oder mit Wesen in Verbindung mit der Nahbegegnung (CE III). Diese Einteilung wurde später erweitert um CE IV und V, mit Entführungen durch bzw. regelmäßigen Kontakten zu unbekannten Wesenheiten. Eine durch Hausdorf (1998; dort fälschlicherweise als CE 5 bezeichnet) populär gemachte Nahbegegnung, die sich auf Tier- oder Menschenverstümmelungen (sog. Mutilations) bezieht, wäre als sechste Art (CE VI) zu bezeichnen.

Diese Klassifikation ist jedoch nicht geeignet ist, um die Ergebnisse untersuchter Sichtungen zu differenzieren. Sie wird nach Meldeeingang und vor der Untersuchung vergeben.

UFO-Klassifikationen nach Hendry

Allan Hendry (1978) hat daher ein Klassifikationssystem entwickelt, dass nach der erfolgten Untersuchung, z.B. durch die GEP, zur Anwendung kommt:

  • UFO (i.e.S.): Nicht konventionell erklärbare, anomale, atmosphärische Phänomene.
  • IFO: Erscheinung/Objekt konnte eindeutig identifiziert werden.
  • Hoax: Betrug bzw. Fälschung, ohne Vorhandensein eines Stimulus.
  • Fantasy: Eine psychologisch bedingte Wahrnehmung, ohne Vorhandensein eines Stimulus.
  • Exceptions: Ausnahmen, die nicht einzuordnen sind, wie ungenügende Daten, unzuverlässige Zeugen, unzureichende Beobachtung oder kein Zusammenhang mit UFOs.

Die IFO-Klassifikation erweiterte Rudolf Henke (1992, 1997) um eine weitere Differenzierung. Demnach gilt ein Fall als geklärt (IFO), wenn…

  1. eine temporäre und geografische Übereinstimmung (Koinzidenz) zu bekannten Objekten vorliegt (Verifikation 1. Ordnung = V1-Fälle = sehr gut verifizierte IFO-Fälle);
  2. die Objektmerkmale den Merkmalen von bekannten Erscheinungen innerhalb des empirisch wie experimentell bestätigten Rahmens (wahrnehmungs)psychologischer Abweichungen gleichen (Verifikation 2. Ordnung = V2-Fälle = gut verifizierte IFO-Fälle);
  3. die Objektmerkmale mit Merkmalen von mehreren bekannten Objekttypen übereinstimmen (Verifikation 3. Ordnung = V3-Fälle = ausreichend verifizierte IFO-Fälle).

Der Verifikationsschlüssel (n. Henke) kehrt die alte Frage „Wie sicher können wir sein, dass das beobachtete Objekt ein UFO war?“ einfach um, und fragt stattdessen „Wie sicher können wir sein, dass es sich um ein IFO gehandelt hat?“

Die UFO i.e.S.-Klassifikation erweiterte Hendry um eine weitere Differenzierung:

  • Near IFO: Erscheinung/Objekt weist weniger als zwei anomale Merkmale auf und ist einer herkömmlichen Erscheinung ähnlich.
  • Problematic UFO: UFO weist wesentliche anomale Merkmale auf, die auch unter extremen Bedingungen bei herkömmlichen Erscheinungen auftreten können.
  • Good UFO: UFO weist wesentliche anomale Merkmale auf, die auch unter extremen Bedingungen wahrscheinlich nicht bei herkömmlichen Erscheinungen auftreten können.
  • Best UFO: UFO weist wesentliche anomale Merkmale auf, die bei herkömmlichen Erscheinungen ausgeschlossen werden können.

Nach Ansicht der GEP sollten nur als Good oder Best UFO klassifizierte Fälle in die nationale und internationale Diskussion aufgenommen werden.

Weitere Systeme

Neben den Klassifikationssystemen nach Hynek und Hendry, die sich international am ehesten durchgesetzt haben, gibt es noch weitere Systeme, die jedoch aus unterschiedlichen Gründen bei der GEP nicht verwendet werden.

Jacques Vallee: Unterscheidung von Nahbegegnungen in 4 Kategorien (Anomalie/AN, Vorbeiflug/FB, Flugmanöver/MA, Nahbegegnung/CE) in Kombination mit 5 Unterkategorien (Sichtung, physische Effekte, fremde Wesen, Transformation in andere Realität, bleibende oder tödliche Verletzungen). Wird ebenfalls international recht häufig verwendet.

Harley Rutledge: UFOs i.e.S. – Klasse A (Flugkörper mit festen Strukturen und physikalischen Wechselwirkungen mit der Umwelt). UFOs i.e.S. – Klasse B (Kugelförmige Lichter oder Leuchtphänomene ohne Wechselwirkungen). Erweiterung durch MUFON-CES: UFOs i.e.S. – Klasse C (paranormale Lichter mit möglichem parapsychologischen oder religiös-spirituellem Hintergrund).

Willy Smith: Crafts (CR, Objekte mit fester Struktur), no objects – lights only (NO, reine Leuchterscheinungen), radar only (RO, reine Radarregistrierungen), landing (LG, gelandete Objekte).

Kritik

Aus heutiger Sicht stehen manche Klassifikationen als „veraltet“ in der Kritik. So wird beispielsweise angemerkt, dass die Klassifikationen nach Hynek und Smith rein objektorientiert seien. Der von Hendry verwendete Strangeness-Begriff sei nicht eindeutig definiert. Es wird hierbei nicht zwischen einer (beobachterabhängigen) Schein- und einer nach erfolgter Untersuchung verbleibenden Rest-Strangeness unterschieden. Die Einteilung nach Rutledge hingegen sei nicht ausreichend an der Praxis kritischer Falluntersuchungen orientiert.

Info: „Lichtpünktchen“-Fälle

Die am häufigsten gemeldete Kategorie ist die der nächtlichen Lichter (Nocturnal Lights; NL). Dabei wird meist nicht mehr beobachtet als ein Lichtpunkt am Himmel in der Nacht. Zahlreiche Stimuli kommen hierfür in Frage, von astronomischen Himmelskörpern bis hin zu künstlichen Leuchtobjekten, z.B. Himmelslaternen.