Neugründung des „Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenz“

Die Erforschung des UFO-Phänomens erfordert ein multidisziplinäres Vorgehen, bei dem mit verschiedenen Methoden wissenschaftlicher Disziplinen eine Großzahl an Forschungsfragen bearbeitet werden können, in deren Mittelpunkt das dauerhafte Vorhandensein von UFO-Sichtungserfahrungen steht [1]. UFO-Forschung ist dabei nicht primär mit der Erforschung von Fragestellungen zur Hypothese extraterrestrischen Lebens verbunden. Es bestehen aber zwei grundlegende Berührungspunkte:

  1. Seit der Existenz des modernen UFO-Phänomens gegen Ende der 1940-er Jahre existieren Spekulationen und Thesen darüber, dass eine Ursache bislang ungeklärter UFO-Sichtungen (sog. UFOs im engeren Sinne) das Wirken intelligenter außerirdischer Wesen auf der Erde sein könnte [2]. Eine Bestätigung oder Widerlegung dieser Behauptungen steht nach wie vor aus.
  2. Außerirdische Intelligenzen sind seit noch längerer Zeit Gegenstand medialer und kultureller Interpretationen. Die UFO-Forschung sieht sich immer wieder mit verschiedenen Auswirkungen dieser Vorstellungen auf ihr Untersuchungsgebiet konfrontiert [3]. Insbesondere die gesellschaftliche Rezeption und Kommunikation zum Thema UFOs geht im Gegensatz zur Forschungsperspektive oft mit einer direkten Einbindung des Themas außerirdischer Intelligenzen einher [4].

Aus diesem Grund begrüßt die GEP die Neugründung des Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenz [5]. Mehrere der im Gründungs- und Positionspapier [6] des Forschungsnetzwerks genannten Zielsetzungen sind für die UFO-Forschung von Relevanz; gleichzeitig gibt es im Umfeld der UFO-Forschung Vorarbeiten zu den Fragestellungen des Netzwerks. Die GEP erwartet daher mit Interesse die weiteren Tätigkeiten des Netzwerks.

[1] vgl. Wunder, Edgar: Forschungsfragen und Grundkonsens. In: Wunder, Edgar (Hrsg.): Die Diskussion um UFOs aus natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive – Zeitschrift für Anomalistik, 6 (2006), Nr. 1+2+3, S.7–11. Verfügbar auch hier.

[2] vgl. z.B. Jacobs, David: The UFO Controversy in America. Bloomington: Indiana University Press, 1975

[3] vgl. z.B. Wunder, Edgar: UFO-Sichtungserfahrungen als Begegnungen mit dem maximal Fremden. In: Schetsche, Michael (Hrsg.): Der maximal Fremde. Begegnungen mit dem Nichtmenschlichen und die Grenzen des Verstehens. Würzburg: Ergon Verl., 2004, S. 57–74

[4] vgl. z.B. Kottmeyer, Martin S.: Gauche Encounters: Bad Films and the UFO Mythos. 1989. Verfügbar hier.

[5] Homepage des Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenzwww.eti-research.net

[6] Anton, Andreas; Gerritzen, Tobias Daniel; Pröschold, Bernhard; Schetsche, Michael: Gründungs- und Positionspapier Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz (FEI). 2015. Verfügbar hier.

Danny Ammon

Geb. 1979, leitender Wissenschaftler an einem Universitätsklinikum. Zweiter Vorsitzender der GEP, außerdem Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik (GfA), Mitglied der EuroUFO-Community und Affiliate-Mitglied der Society for UAP Studies (SUAPS). Initiator der deutschen „Grundsätze redlicher wissenschaftlicher Praxis in der Erforschung des UFO-Phänomens“. Zahlreiche Publikationen im Journal für UFO-Forschung, der Zeitschrift für Anomalistik und weiteren Fachorganen. Fürsprecher eines kritischen, theoretisch und methodisch fundierten und interdisziplinären Studiums von UAP.

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