Fachdiskussion im jufof

Seit nunmehr über 30 Jahren widmet sich die GEP einer ganz besonderen Form der Untersuchung des UFO-Phänomens: Sie nimmt aus der Bevölkerung Meldungen von Personen entgegen, die ein für sie unbekanntes Himmelsobjekt beobachten konnten. Im Kontakt mit den Zeugen wird dann ermittelt, was die Ursache für ihre Erfahrung gewesen sein könnte. Auf diese Weise gelangen wir an verschiedene Dinge: Wir sammeln Daten über UFO-Melder, über ihre Erfahrungen, die Art, wie sie sich daran erinnern, sie berichten und sie behandelt haben möchten. Wir lernen, welche berichteten Erlebnisse sich auf eine herkömmliche Ursache zurückführen lassen können, welche sich dem entziehen, und wie das Verhältnis dieser zueinander ist. Wir erfahren, welche sogenannten Stimuli hauptverantwortlich für erklärbare UFO-Sichtungen sind. Und wir lernen dabei eine ganze Menge über die Wahrnehmung, Gedächtnis, Aussageformen und das Verhalten von UFO-Zeugen.

Die aktive Fallermittlungsarbeit ist durch ihre Methoden der Filterung dessen, was eine Person am Himmel beobachtet hat, aus den »Störgrößen«, die dem menschlichen Erkennen, dem Verarbeiten, dem Erinnern und dem Erzählen innewohnen, als subjektorientiert zu charakterisieren, auch wenn am Ende der Ermittlung die Identifikation (oder das Fehlen derselben) eines Objektes stehen soll.

Darüber hinaus erzeugt das kontinuierliche Angebot der Entgegennahme von UFO-Meldungen in Zeiten hohen Aufkommens einen manchmal nur schwer bezwingbaren Berg an Arbeit, der auf nur wenige Schultern (unsere aktiven Fallermittler) verteilt werden kann. Im Lichte dieser Arbeit, die ich nach wie vor für wichtig und richtig halte, kommen andere Forschungsansätze, andere Ideen und andere Methoden manchmal etwas zu kurz. Weil wir aber ein größerer Verein mit Mitgliedern unterschiedlichster Interessen sind, sollte es nicht allzu schwer sein, auch andere Ansätze des Umgangs mit dem UFO-Thema ins Leben zu rufen. Insbesondere zähle ich dazu die Frage, was mit den von der GEP im Rahmen der Fallermittlungen erhobenen und gewonnenen Daten und Erkenntnissen in Zukunft geschehen soll. Bei der kontinuierlichen Datenerhebung kommt dieser Aspekt manchmal etwas zu kurz.

Wie wir uns aber anderen Fragestellungen und Ansätzen, vielleicht in Zukunft auch eher objektzentrierten Forschungsmethoden, widmen können, bleibt zu klären. Unser neues GEP-Vorstandsmitglied André Kramer möchte diese Klärung vorantreiben und hat für die vorliegende Ausgabe des jufof einen Projektvorschlag erarbeitet, den er mit Ihnen sehr gerne persönlich diskutieren möchte! Diese Diskussion soll für alle interessierten GEP-Mitglieder zugänglich sein und damit hier im jufof ablaufen! Ich habe dementsprechend gleich eine kleine Ergänzung an André Kramers Beitrag angefügt und würde mich sehr freuen, wenn sich der ein oder andere, der konstruktive Ideen, weiterführende Vorschläge oder vielleicht eigene Vorarbeiten vorzuweisen hat, an uns wendet, so dass wir diese Diskussion um die zukünftige Arbeit der GEP gemeinsam mit positiven Ergebnissen fortführen können!

Aus dem Editorial jufof 1/2011

Dr. Danny Ammon

Geb. 1979, Dr.-Ing., wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Medizinische Informatik an der TU Ilmenau. Seit 2003 Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP e.V.), der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO e.V.) und der Gesellschaft für Anomalistik (GfA e.V.). Seit 2008 zweiter Vorsitzender der GEP, außerdem verantwortlicher Redakteur des vereinseigenen Journal für UFO-Forschung (jufof). Fürsprecher eines kritischen, theoretisch und methodisch fundierten und interdisziplinären Studiums des UFO-Phänomens.

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