Ist das berühmte UFO-Foto aus Belgien ein Schwindel?

Die Sichtungen vielfach dreieckiger Flugkörper in den Jahren 1989-90 bildeten die letzte große UFO-Welle weltweit. Als einziges detailreiches Foto illustriert das im April 1990 über Petit-Rechain aufgenommene dreieckige Objekt die allermeisten Berichte über die Belgien-Welle, ob in Büchern, Zeitschriften, Filmbeiträgen oder im Internet. Wenig ist über die Zeugen und die Entstehung des Fotos bekannt: Der Zeuge P.M. (Zerspanungsmechaniker) wurde von seiner Freundin auf das Objekt aufmerksam gemacht und nutzte die beiden letzten verbleibenden Bilder auf dem Film seiner Praktika BX20, um es zu fotografieren. Da die zweite Aufnahme praktisch nichts zeigte, blieb das UFO von Petit-Rechain die einzige große Aufnahme eines dreieckigen Objekts während der Ereignisse in Belgien.

Jetzt meldete sich der Zerspanungsmechaniker Patrick (Nachname wurde nicht genannt) beim belgischen Sender RTL und gab an, jener „P.M.“ gewesen zu sein und das Foto gefälscht zu haben. Im Rahmen der Medienberichterstattung über die Dreieckssichtungen wollte er sich einen Spaß machen und fotografierte eine Styroporscheibe. Eigentlich zum Austricksen seiner Mitarbeiter in einem kleinen Unternehmen gedacht, ging das Foto um die Welt und wurde zum Symbol für die Dreiecks-UFOs in Belgien. Ein Schwindel also? „Irgendwann muss man es mal zugeben“, so Patrick. Interessant wären nun weitere Details über die Fälschungsmethode und ob COBEPS, die Nachfolgeorganisation der belgischen UFO-Gruppe SOBEPS, welche die Belgien-Welle untersuchte und damals Kontakt zum anonym gebliebenen Fotograf hatte, zustimmt, dass Patrick und P.M. ein und dieselbe Person sind.

Quellen:
Beschreibung des Fotofalles von Petit-Rechain
Bericht über die Fälschung bei RTL.be

Dr. Danny Ammon

Geb. 1979, Dr.-Ing., wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Medizinische Informatik an der TU Ilmenau. Seit 2003 Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP e.V.), der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO e.V.) und der Gesellschaft für Anomalistik (GfA e.V.). Seit 2008 zweiter Vorsitzender der GEP, außerdem verantwortlicher Redakteur des vereinseigenen Journal für UFO-Forschung (jufof). Fürsprecher eines kritischen, theoretisch und methodisch fundierten und interdisziplinären Studiums des UFO-Phänomens.

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