Himmelslaternen

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden wir mit einer wahren Flut an Meldungen konfrontiert, die sich überwiegend auf die Beobachtung von so genannten Himmelslaternen zurückführen ließen. Auch wenn die Meldungen ab 2009 rückläufig waren, ist es uns angesichts dieser Mengen leider auch heute noch nicht möglich, jede dieser Beobachtungen mit dem Aufwand zu untersuchen, den wir sonst einsetzen. Wir betrachten die Beschreibungen und Berichte der Augenzeugen und finden unsere Einschätzung aufgrund des optisches Erscheinungsbildes und dynamischen Verhaltens der Flugkörper. Himmelslaternen sind derzeit einer der Hauptverursacher für UFO-Erscheinungen.

 

Himmelslaternen…
sind den großen, bemannten Heißluftballons nachempfunden. Sie bestehen, wenn man sie käuflich erwirbt, in der Regel aus dünnem Drachen- oder Reispapier. Die Ballons sind in verschiedenen Größen und Formen erhältlich und haben meist einen Durchmesser von etwa 0,8 – 2 Meter. Hochwertige Ballons sind an der unteren Öffnung mit einem Alu-Teller ausgestattet, auf dem sich ein brennbares Material (Zip-Würfel, Grillanzünder, in Spiritus getränkte Watte, Teelichter o.ä.) befindet. Bei den preiswerten Modellen befindet sich an der Öffnung nur ein Drahtgestänge mit einem Brennkörper (z.B. Wachsring).

Nach dem Anzünden erwärmt sich die im Ballon enthaltene Luft und er beginnt sehr schnell zu steigen. Die gewerblichen Ballons haben meist eine Flugdauer von bis zu 20 Minuten und können Höhen bis zu 500 Meter erreichen.

 

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Das optische Erscheinungsbild
Himmelslaternen…
können einzeln, in Gruppen oder in Massen auftreten. Dabei können Sie geometrische Formationen einnehmen und ein scheinbar gesteuertes Verhalten zeigen.

Ihre Form wird oft als rund, oval, oder birnenförmig beschrieben. Aus größerer Entfernung sind meistens keine genauen Strukturen mehr zu erkennen, nur ein leuchtendes Licht oder eine „helle Lichtkugel“. Gelegentlich werden sie auch als „Feuerball“ beschrieben.

Das Licht der Himmelslaternen kann flimmern, flackern, pulsieren oder gleichmäßig leuchten. Manchmal erscheint das Licht am unteren Teil des Objekts, selten auch an anderer Stelle, heller als der übrige Körper.
In der Regel können Himmelslaternen in folgenden Farben auftreten: weiß, gelb, orange, rot, grün, blau und allen Farbtönen dazwischen.
Erlöschen Himmelslaternen, können sie noch als graues oder dunkles Gebilde weiterfliegen oder zu Boden sinken.
Himmelslaternen können brennendes Material „abtropfen“ lassen oder selbst brennend zu Boden niedergehen.

Selbst gebastelte Modelle oder einfache Plastiksäcke, in vielen Büchern und im Internet findet man entsprechende Bauanleitungen (Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3), können noch zu ganz anderen Erscheinungsbildern führen.

 

Das dynamische Verhalten
Himmelslaternen können geräuschlos…

  •   mit gefühlter sehr hoher Geschwindigkeit über den Himmel ziehen
  •   mit gefühlter sehr langsamer Geschwindigkeit dahinschweben
  •   plötzliche Flugmanöver durchführen
  •   in unterschiedlichen Richtungen abdriften
  •   plötzlich stoppen
  •   minutenlang an selber Position verweilen
  •   waagerecht über den Himmel ziehen
  •   im schrägen Steigflug nach oben schweben
  •   senkrecht nach oben fliegen
  •   während des Fluges ihre Abstände zueinander beibehalten
  •   während des Fluges ihre Abstände zueinander ständig verändern
  •   ein chaotisches Flugverhalten zeigen
  •   sich überholen
  •   sich in ihrer Bahn kreuzen
  •   brennend zu Boden niedergehen

Es gibt kaum eine Flugbewegung, die nicht schon von Zeugen beschrieben worden ist. Himmelslaternen sind relativ leichte windgetriebene Flugkörper, die schon bei geringen Winden und Böen in ihrer Flugrichtung beeinflusst werden können.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Windgeschwindigkeiten und -bewegungen je nach lokalen Gegebenheiten und Höhen, von den am Boden herrschenden Winden abweichen können. Auch die im Internet veröffentlichten Winddaten der Wetterstationen berücksichtigen nicht das zum exakten Zeitpunkt der Beobachtung herrschende Mikroklima. Eine vom Augenzeugen am Boden gefühlte Windstille, lässt keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Höhenwinde zu.

 

Grenzen unserer Wahrnehmung
Oft versuchen Augenzeugen die Größen, Entfernungen, Flughöhen und Geschwindigkeiten dieser Flugkörper zu schätzen. Leider werden dabei nicht die Grenzen unserer Wahrnehmung bedacht, denen wir Menschen alle ausgesetzt sind. So werden beispielsweise in der Regel helle Objekte vor dem dunklen Nachthimmel in ihrer Größe weit überschätzt. Zudem ist es nicht möglich, die Größen, Entfernungen und Flughöhen von unbekannten Objekten am Himmel zu schätzen, wenn man keine direkten Vergleichsmöglichkeiten (z.B. Wolken im Hintergrund des Objekts, deren wahre Höhe sich ermitteln lässt) und Orientierungshilfen hat.
Sie sehen beispielsweise zwei Objekte am Himmel, einen kleinen Körper recht nah und einen größeren Körper recht weit entfernt. Beide Objekte würden uns möglicherweise gleich groß erscheinen. Es ist auch kaum möglich, die Fluggeschwindigkeit von Himmelslaternen zu schätzen. Da sie meistens verhältnismäßig tief und in relativ geringer Entfernung am Himmel dahinziehen, erscheinen sie schneller als sie tatsächlich sind. Den umgekehrten Effekt sieht man, wenn man ein Flugzeug in größerer Entfernung gemächlich seine Bahn am Himmel fliegen sieht und es tatsächlich z. B. in 10000 Meter Höhe eine Fluggeschwindigkeit von 900 km/h hat.

Es gibt eine Vielzahl solcher Wahrnehmungstäuschungen und wir verweisen hier auf die Erkenntnisse der Wahrnehmungspsychologie.

Daraus ergibt sich, dass der optische Eindruck nicht unbedingt der realen Wirklichkeit entspricht und solche Wahrnehmungstäuschungen im Rahmen unserer Einschätzung berücksichtigt werden müssen.

 

Verbreitung
Besonders in den Jahren 2007 bis 2009 wurden Himmelslaternen in so großen Mengen importiert und verkauft, dass sie bei vielen Händlern schon ausverkauft waren. Himmelslaternen sind mittlerweile fast überall zu bekommen, so über Internetauktionsportalen oder auch in Geschenkartikelgeschäften. Die Preise variieren und beginnen ab etwa 2,- EUR/Stück. Aufgrund der starken Verbreitung kann es durchaus vorkommen, dass Himmelslaternen anlässlich von Grillpartys, Hochzeiten, zu Silvester und im Rahmen anderer Veranstaltungen, bei günstiger Wetterlage in manchen Städten an verschiedenen Stellen gleichzeitig gestartet werden.

 

Fehleinsätze durch Himmelslaternen
Himmelslaternen können zur Fehleinsätzen bei Feuerwehr und Polizei führen.
Gelegentlich werden brennend zu Boden gehende Himmelslaternen als abstürzende Heißluftballons gemeldet, die dann zu Großeinsätzen führen.
Beispielsweise im August 2008 und im August 2009.
In der Neujahrsnacht in Braunschweig.
Am 3.07.2010 in Lüdenscheid.
Eine Himmelslaterne löste am 10.05.2011 in der Nähe von Vitense in Nordwestmecklenburg einen Großeinsatz von Rettungskräften aus.
Wegen einer Himmelslaterne kam es am 4.08.2014 zu einem größeren Feuerwehreinsatz im Raum Gentingen. Mehr
Am 12.08.2015 wurde der Absturz eines Heißluftballons gemeldet, der aber letztendlich auch nur auf eine Himmelslaterne zurückzuführen ist. Mehr

 

Brandgefahr und Startverbote
Bei sachgerechter Verwendung und unter Einhaltung der Sicherheitsempfehlungen ist die Brandgefahr verhältnismäßig gering. Trotzdem möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass Himmelslaternen in Ausnahmefällen ab einer bestimmten Schräglage oder beim Anzünden in Brand geraten, mit offener Flamme gegen Bäume und Gebäude fliegen oder unkontrolliert zu Boden gehen können. Dabei könnten Brände entstehen. In der Nähe von Flughäfen ist eine Gefahr des Flugverkehrs möglich. Die verantwortlichen Starter könnten ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.
Im Internet wird oft empfohlen, die Himmelslaternen nur bei Windstille in brandunempfindlichen Gebieten zu starten, da sie nach Erlöschen der Flamme wieder in unmittelbarer Nähe niedergehen sollen und so die Brandgefahr minimiert wird. Wir waren schon bei unzähligen Starts zugegen und trotz gefühlter Windstille am Boden sind die Flugkörper in allen Fällen außer Sicht geraten.

Wie ein Brand entstehen könnte, sieht man hier, hier und hier
Und ein Test der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) ergab folgendes Ergebnis.

 

Beispiele
Auf einem Campingplatz in Diez geriet am 22.07.2008 ein Campingwagen in Brand. Mehr
Am 1.07.2008 wurde durch Himmelslaternen ein Feld mit Wintergerste in Tuchenbach in Brand gesetzt. Mehr
In Herzogenrath geriet der Wintergarten eines Einfamilienhauses durch eine Himmelslaterne in Brand und wurde zerstört. Mehr
In einem Garten in Hellern entzündete eine Himmelslaterne eine Grasfläche mehr, in Chemnitz das Dach einer Werkstatt mehr, am 2.09.2008 in Fulda eine Wiese mehr und am 4.09.2008 das Dach einer Schule. Mehr
Im September 2008 verursachte eine Himmelslaterne einen erheblichen Sachschaden am Dach einer Trocknungshalle mehr und im Oktober 2008 wurden Kunststoffstühle das Opfer einer Himmelslaterne. Mehr
Am 2.Weihnachtstag 2008 wurde die Kunststoffeindeckung einer Garage in Minden in Brand gesetzt. Mehr
Wahrscheinlich fiel in der Silvesternacht 2008/2009 der Dachstuhl eines Reiterhofes in Bad Harzburg einer Himmelslaterne zum Opfer. Mehr
Pfingsten 2009 starb ein zehnjähriger Junge beim Brand eines Hauses, das durch eine Himmelslaterne in Brand gesetzt wurde mehr, mehr und mehr.
Im Juli 2010 verursachte eine Himmelslaternen einen größeren Brand in Dieburg. Mehr
Im September 2010 wurde durch eine brennende Himmelslaterne ein PKW beschädigt. Mehr
Im November 2010 verursachte eine Himmelslaternen einen Schaden von rund 500 Euro mehr und im Dezember 2010 einen Schaden von rund 200 Euro. Mehr
Ende April 2011 kam es zu einem Brand in Fürfeld. Mehr
Im August 2011 wird als Verursacher eines Hausbrandes in Birkenau-Reisen eine Himmelslaterne vermutet mehr und mehr.
Zum Jahreswechsel 2011/2012 setzte eine Himmelslaterne in Bad Reichenhall das Vordach einer Firma in Brand. Mehr
In Hanau konnte im Februrar 2012 ein Brand, der durch eine Himmelslaterne verursacht worden ist, gerade noch gelöscht werden. Mehr
Zwei Schreberhäuschen und ein Schuppen wurden im August 2012 in Plaußig-Portitz von einem durch eine Himmelslaterne verursachten Brand stark beschädigt. Mehr
Im April 2013 setzte vermutlich eine Himmelslaterne ein Mehrfamilienhaus in Bierbergen in Brand. Mehr
Einen verheerenden Großbrand löste eine Himmelslaterne Ende Juni 2013 in Großbritannien aus. Mehr
Im Juli 2013 setze eine Himmelslaterne den Dachstuhl eines Wohnhauses in Monheim in Brand und verursachte einen Sachschaden von etwa 10000 €, mehr und mehr.
Im April 2014 kam es in Hoven bei Düren zu einem Brand, der vermutlich durch eine Himmelslaterne ausgelöst wurde. Mehr
Auf einem Pferdehof bei Handeloh ging im Juli 2014 eine brennende Himmelslaterne nieder und entzündete beinahe einen Flächenbrand. Mehr
Am 28.07.2014 verursachte eine Himmelslaterne in Lüneburg einen Brand. Mehr

 

Warnungen:
Feuerwehrverband warnt vor den Himmelslaternen. Mehr
Der Leiter des Thüringer Feuerwehrverbandes: Mehr
Eine weitere Warnung der Feuerwehr: Mehr. Und hier noch eine.

 

Himmelslaternen bereiten Probleme in der Landwirtschaft
Reste von abgebrannten Himmelslsaternen können eine Bedrohung für Nutzvieh sein. Mehr

 

Verbote, Genehmigungen

Inzwischen ist der Start von Himmelslaternen in Deutschland weitgehend verboten!

Details hier.

Hierzu eine Information der Deutschen Flugsicherung DFS, siehe hier. Weitere Details hier.

Trotz der Verbote werden Himmelslaternen weiterhin verkauft und aus Unkenntnis der Verbote gestartet. Wir erhalten nach wie vor zahlreiche UFO-Meldungen, die auf Himmelslaternen zurückzuführen sind.

Wir raten allen auf den Start von frei fliegenden Himmelslaternen zu verzichten oder sich unbedingt vorab bei den für sie örtlich zuständigen Behörden zu erkundigen. Das können die Luftfahrtbehörde (z.B. die Bezirksregierungen der Bundesländer) und/oder die Ordnungsämter sein. Für die Einholung der Genehmigung sind die Verwender der Himmelslaternen verantwortlich und tragen die volle Haftung für eventuell verursachte Schäden. Haftpflichtversicherungen können u. W. den Versicherungsschutz ablehnen.

 

Links

Hier einige Video-Links, die die Himmelslaternen einzeln oder auch in Massen zeigen:
www.youtube.com/watch?v=F18MJVjx4O0
www.youtube.com/watch?v=YVjHgSMyDAo
www.youtube.com/watch?v=fk_3zqnVQzw
www.youtube.com/watch?v=h-fvqU2pJ2Q
www.youtube.com/watch?v=CbK7IrrYffI [Einer unserer eigenen Starts] www.youtube.com/watch?v=jbMsrhTpdPA [mit krassen Kommentaren ;) ] www.youtube.com/watch?v=ZCB7dZJJtW4
www.youtube.com/watch?v=-eKl5XLIdSY
www.youtube.com/watch?v=injEbv88s-A
www.youtube.com/watch?v=IZGfLECRsJE
www.youtube.com/watch?v=DNghPsZutHY
www.youtube.com/watch?v=_tNHscNxn_U
www.youtube.com/watch?v=u2EQ0WeNmlU
www.youtube.com/watch?v=7b1PGVGNrTY
www.youtube.com/watch?v=ReMj-EHGGAU
www.youtube.com/watch?v=J8KyqK_SIN0
www.youtube.com/watch?v=PhoT1f-1tHg
www.youtube.com/watch?v=F10SUEBBMSE
www.youtube.com/watch?v=2b10JBHBXNI
www.youtube.com/watch?v=j0QtdpgT41k
www.youtube.com/watch?v=EdHcWxq9uFE
www.youtube.com/watch?v=cE8Nv1LRGec
www.youtube.com/watch?v=1S9YK1LCSo4
www.youtube.com/watch?v=sUXNF1xkapk [mit interessantem Effekt!] www.youtube.com/watch?v=YVjHgSMyDAo

Bitte bedenken Sie beim Betrachten der Fotos und Videos, dass sie niemals den beeindruckenden optischen Eindruck wiedergeben können, wie er gewöhnlich im Moment der Beobachtung und manchmal auch unter Einfluss eines gewissen Erregungszustandes von den Augenzeugen erlebt wird.

Für die eigene Suche in Internetsuchmaschinen und -portalen verwenden Sie bitte den Begriff „Himmelslaternen“ oder „Skylaternen“

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